Vom Preußen zum Bayern: Meine Reise ins Herz der Isarmetropole

„Schau ma moi, dann seng mas scho!“ –
Dieser bayerische Leitspruch ist über die Jahre zu meinem eigenen Lebensmotto geworden. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass ein Niedersachse im Weserbergland seine Zelte abbrach, um in München heimisch zu werden?
Die Saat wurde früh gesät
Es begann alles mit der Fußballbegeisterung meiner Kindertage. Während andere Kinder neutrale Bettwäsche hatten, war ich dem FC Bayern München verfallen. Meine Mutter hatte Mühe, die FCB-Bettwäsche schnell genug zu waschen, damit ich wieder in „meinen“ Farben schlafen konnte. Die Faszination für diesen Verein weckte die Neugier auf die Stadt, die dahintersteckte.
Ein prägender Moment war 1994: Ein Spiel im legendären Olympiastadion gegen den HSV mit anschließendem Wiesn-Besuch. Den Puls der Stadt in der Kurve und im Festzelt live zu spüren, gab den Ausschlag – ich wusste: Hier will ich irgendwann leben.
Der Aufbruch: Ein Clio voller Habseligkeiten
Mit 27 Jahren kam der Wendepunkt. Das geregelte Dorfleben fühlte sich zu eng an, die fußballerischen Möglichkeiten waren ausgereizt, und familiäre Veränderungen gaben den letzten Anstoß. Im Dezember 2001 verkündete ich meiner Familie: Ich ziehe nach München.
„Warum ausgerechnet München?“, fragte meine Mutter. „Weil da der FC Bayern spielt und das Oktoberfest stattfindet“, war meine Antwort. Kurz gedacht? Vielleicht. Aber sehr wohl überlegt.
Am 25. März 2002 startete mein Renault Clio Richtung Süden. Das Gefühl auf der Autobahn? Pure Erleichterung. Mein Ziel war bescheiden: Mindestens bis zur WM 2006 bleiben, die neue Allianz Arena sehen und dann weitersehen.
Schwabing: Das erste Zuhause
Mein Abenteuer begann in einer 25m²-Wohnung in der Belgradstraße in Schwabing. Es war alles da, was man zum Entdecken brauchte: die Pizzeria um die Ecke, das Freibad Georgenschwaige gegenüber und das Olympiastadion in Radl-Nähe. Meine ersten Amtshandlungen:
- Eine Jahreskarte beim FC Bayern bestellen (die ich prompt für die Saison 02/03 bekam!).
- Einem Fußballverein beitreten – inspiriert durch die Spider Murphy Gang wurde es der FC Schwabing 1956.
Gekommen, um zu bleiben: Die Liebe zur Stadt und zur Frau
In den ersten Jahren sog ich das Lebensgefühl auf: Die kurzen Wege mit dem Radl durch den Englischen Garten, die unkomplizierte Biergartenkultur und die Arbeit in der Notaufnahme eines großen Münchner Klinikverbunds. München fühlte sich immer mehr nach „Heimat“ an.
Doch der Mai 2004 änderte alles. Ein spontaner Kneipenbummel nach dem Spätdienst führte mich ins Shamrock in der Trautenwolfstraße. Dort traf ich Malgorzata. Was als „wir probieren es mal aus“ begann, ist heute ein Fundament aus über 20 Jahren Liebe und Vertrauen.
Heute: Angekommen im bayerischen Leben
Vom Standesamt in der Mandlstraße bis hin zum Engagement in der Lokalpolitik und im Sportverein – München ist längst mein Lebensmittelpunkt. Im April 2022 feierte ich mein 20-jähriges Jubiläum in der Stadt.
Inzwischen bin ich vom Preußen zum Bayern gereift. Ich kenne die Ecken, die Bräuche und die Geschichten dieser Stadt. Auf meinem Blog
zugereist-muenchen.de nehme ich dich mit auf diese Reise und zeige dir, wie auch du dein Glück in der Isarmetropole findest.











