Der Marienplatz - der Mittelpunkt von München
Der Marienplatz ist das historische und geografische Zentrum Münchens. Er liegt zentral in der Altstadt und markiert seit der Stadtgründung durch Heinrich den Löwen im Jahr 1158 den wichtigsten Treffpunkt. Ursprünglich bildete er den Kreuzpunkt der zwei Hauptachsen: Isartor und Karlstor (Ost-West) sowie Sendlinger Tor und der ehemalige Verlauf Richtung Schwabing (Nord-Süd). Heute ist der Platz umgeben vom Neuen Rathaus, dem Alten Rathaus, historischen Geschäftshäusern und zahlreichen Cafés.
Geschichte und Architektur
Das Stadtbild wird maßgeblich durch das Neue Rathaus geprägt, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts im neugotischen Stil fertiggestellt wurde. Für diesen monumentalen Bau mussten zahlreiche Bürgerhäuser weichen – lediglich das Haus Marienplatz 21 blieb als geschütztes Baudenkmal erhalten.
Im Zentrum des Platzes thront die Mariensäule. Sie wurde 1638 von Kurfürst Maximilian I. errichtet – als Dank dafür, dass München im Dreißigjährigen Krieg weitgehend von der Zerstörung durch schwedische Truppen verschont geblieben war. Seit der Umgestaltung des Marienplatzes zur Fußgängerzone im Jahr 1972 wurde die Säule in die Mitte des Platzes versetzt.
Besondere Erlebnisse vor Ort
Ein Klassiker für jeden Besucher ist das Glockenspiel an der Fassade des Neuen Rathauses. Es erzählt Münchner Geschichte und integriert sogar den Schäfflertanz. Apropos: Alle sieben Jahre beleben die Schäffler (Fasshersteller) das alte Zunftbrauchtum auf dem Marienplatz – der letzte Zyklus fand im Frühjahr 2026 statt.
- Weihnachtsstimmung: In der Adventszeit verwandelt sich der Platz in einen der beliebtesten Christkindlmärkte der Stadt.
- Meisterfeiern: Der Rathausbalkon ist traditionell der Ort, an dem die Münchner Sportvereine ihre Titel gemeinsam mit den Fans feiern.
- Aussicht: Wer den sportlichen Aufstieg in den „Alten Peter“ (Peterskirche) wagt, wird mit einem der schönsten Rundblicke über München, inklusive Marienplatz und Frauenkirche, belohnt.
Brunnen und Kultur
Direkt am Platz findest du den Fischbrunnen. Er ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt, sondern auch Schauplatz zweier traditionsreicher Bräuche:
- Der Metzgersprung: Seit dem 19. Jahrhundert feiern Metzger-Lehrlinge hier ihre Freisprechung mit einem Sprung in das Wasser.
- Geldbeutelwaschen: Am Aschermittwoch tauchen der Oberbürgermeister und der Stadtkämmerer ihre Geldbeutel in den Brunnen – ein symbolischer Brauch aus dem 15. Jahrhundert, der auf die leeren Kassen der Stadt bzw. der Bürger hinweisen sollte.
Tipp: Wer sich für Spielzeugtradition interessiert, findet im Turm neben dem Alten Rathaus das Spielzeugmuseum. Zudem erinnert die Statue der Julia (ein Geschenk der Partnerstadt Verona) am Eingang zum Viktualienmarkt an die italienische Verbundenheit der Stadt.
Anreise & Tipps
Der Marienplatz ist perfekt an den ÖPNV angebunden (S-Bahn und U-Bahn halten direkt unter dem Platz). Da rund um den Marienhof derzeit großräumige Bauarbeiten stattfinden, folge bitte den aktuellen Beschilderungen vor Ort.
Für eine kleine Pause empfehle ich dir das Rischart-Café direkt am Platz – ideal, um sich mit einem Kaffee auszustatten und das geschäftige Treiben zu beobachten, bevor es weiter in die Gassen Richtung Viktualienmarkt geht.












